ERFOLGSGESCHICHTEN

Jedes Unternehmen kommt einmal in schweres Wetter. Hoher Seegang, stürmische Winde, die Mannschaft meutert, kein Land in Sicht. Die Unternehmerinnen und Unternehmern des UPTODATE-Netzwerks haben – wie ihre Kolleginnen und Kollegen im Handwerk – schon (fast) jedes Fahrwasser kennengelernt und durchfahren. Dabei herausgekommen sind nicht nur erfolgreiche Unternehmen, sondern auch spannende ERFOLGSgeschichten.

MIT MUT ZUM ERFOLG

Ralph Pusch, soeben als erster in Mecklenburg ausgezeichnet als 1a Arbeitgeber im Handwerk, erzählt vom abenteuerlichen und mutigen Aufbau seines Unternehmens. (Download.pdf)

Wer heute ein Handwerksunternehmen gründen oder übernehmen möchte, muss sich auf ein Wechselbad der Rahmenbedingungen gefasst machen. Gute Handwerker werden immer seltener, die Nachfragesituation ist somit mehr als positiv. Die Technik bietet eine nie da gewesene Vielfalt und ermöglicht so individuell-bedarfsgerechte Lösungen. Schwierig wie selten zuvor gestaltet sich jedoch die Frage des Wachstums, denn Fach- und Nachwuchskräfte sind eine heiß umkämpfte „Ressource“. Und damit sind nur einige der zahlreichen Anforderungen an erfolgsentschlossene Gründer genannt.

Wer die Herausforderungen von heute für anspruchsvoll hält, dem stockt bei den Erzählungen von Ralph Rusch, Handwerksunternehmer aus Mecklenburg-Vorpommern, an vielen Stellen der Atem. Er begann seine bemerkenswerte Laufbahn mit einem Praktikum in einem klassischen SHK-Unternehmen – und fing Feuer. Konsequenterweise folgte die Lehre, 1990 und 1991 die Meistertitel im Heizungshandwerk sowie als Gas-Wasser-Installateur. Mit zwei Meistertiteln in der Tasche stand der damals 28-jährige Pusch an der Schwelle zu dem Ziel, das er bereits seit Langem fest im Auge hatte: die Selbstständigkeit als Handwerksunternehmer. Nun hätte sich in den späten 80er Jahren in seiner vom Zechensterben geprägten Heimatregion im äußersten Westen Deutschlands bestimmt ein Betrieb finden lassen, der einem jungen, ehrgeizigen Meister eine Nachfolge ermöglicht hätte. Doch es kam anders.


Wo die Liebe hinfällt …

Es kam anders, denn der ehrgeizige junge Mann verliebte sich. Nein, nicht im herkömmlichen Sinne. Da hatte er bereits Jahre zuvor mit Ehefrau Beate eine Begleiterin auf seinen anspruchsvollen Wegen gefunden. Es geschah Anfang der 90er kurz nach dem Fall der Mauer auf einem Kegelausflug nach Mecklenburg-Vorpommern. Im „Land des Wassers“ mit seinen mehr als 2.000 Seen und rund 1.900 Kilometern Küstenlinie entdeckte der angehende Unternehmer und passionierte Wassersportler seine Wahlheimat. Neben den vielversprechenden Freizeitangeboten auf dem Wasser erkannte der Vollblutunternehmer – noch ohne eigene Firma – auch das geschäftliche Potenzial. „Mit solider, verständlicher Beratung, mit modernen Heiztechnikprodukten und ehrlicher, zuverlässiger Handwerksarbeit etwas aufbauen: den eigenen Traum verwirklichen und dabei gleichzeitig den Menschen Nutzen bieten. Der Gedanke ließ mich nicht mehr los,“ erinnert sich Ralph Pusch noch heute. Auf die Frage, ob seine Frau die damalige Begeisterung und Aufbruchstimmung teilte, antwortet Ralph Pusch wie aus der Pistole geschossen: „Gemeinsam oder gar nicht – das war immer klar. Ohne meine Frau wäre der große Schritt nicht denkbar gewesen – wie im Rückblick die gesamte Entwicklung des Unternehmens ohne ihre ruhige Hand und ihr solides kaufmännisches Wissen nicht möglich gewesen wäre.“Und so wurde die Region südöstlich von Schwerin nicht nur Geschäftsstandort, sondern auch der neue Lebensraum für die junge Familie, zu der kurze Zeit später auch Sohn Dennis zählte.


Alles, nur nicht pessimistisch

Zu einem guten Start gehörte neben viel Mut, aber noch Einiges mehr: Geschäftsräume zu finden erwies sich beispielsweise als gar nicht so einfach. Unermüdliches Nachfragen von Tür zu Tür führte endlich zur Anmietung von Büroräumen und einem Lager – 20 km voneinander entfernt. Wer die klassischen Abläufe im Alltag eines Handwerksunternehmens kennt, weiß, was das bedeutet. Eine Wohnung fand die junge Familie auch – abseits, weder in Büro- noch in Lagernähe. Die Arbeitstage waren lang – und anschließend musste zuhause erst einmal der Kohleofen eingeheizt werden. Das beantragte Gründungsdarlehen war bewilligt, die Grundausstattung an Material vorhanden. Nun hieß es Kunden finden. Also folgten auf den langen Arbeitstag ebenso lange Runden, um den näher und weiter entfernten Mitbürgern das neue Unternehmen mit einem Handzettel vorzustellen. Der Eröffnungstag kam und ging. Auch der zweite Tag ging ins Land, ohne dass das Telefon oder die Türglocke geläutet hätten. Der dritte Tag brachte die Erlösung – und setzte eine beachtliche Erfolgsgeschichte in Gang. Schnell sprach sich die Kompetenz und Einsatzbereitschaft „der Neuen“ herum. Auf einen Kunden folgte der nächste, die Zufriedenheit der Kunden tat ein Übriges.


Das individuelle Erfolgsrezept

Was war es, was hat den Umschwung bewirkt? Was hat aus einem mutigen „Himmelfahrtskommando“ eine nachhaltig erfolgreiche Unternehmens-entwicklung gemacht? Das auf den Punkt zu bringen ist gar nicht so einfach für Ralph Pusch. „Natürlich, wir wussten, was wir taten. Meine Frau und ich waren sehr gut ausgebildet. Wir waren bereit, hart und diszipliniert zu arbeiten. Am Ende aber war es vielleicht unser Selbstvertrauen, unser Optimismus und auch ein gutes Maß an Unbekümmertheit, was den Ausschlag gegeben hat,“ glaubt Ralph Pusch rückblickend. Die dann kommenden 90er Jahre waren von kontinuierlichem Wachstum geprägt. Von Beginn an wurde in den Nachwuchs investiert und jungen Menschen eine qualifizierte Ausbildung angeboten – ein Eckpfeiler der Unternehmensphilosophie, an dem sich bis heute nichts geändert hat. Bereits 1992 waren sieben, im darauffolgenden Jahr mehr als zehn Mitarbeiter in Lohn und Brot. Ralph und Beate Pusch arbeiteten rund um die Uhr; der Besuch einer Pizzeria am Samstagabend war einzige Freizeit und Highlight der Woche, erinnert sich Ralph Pusch. Aufbruchstimmung – dieses Wort charakterisiert die Zeit am besten.

Nur bergauf geht’s selten (nie)

Ralph Pusch hat seinen Beruf von der Pike auf gelernt und sich mit seinem Handwerksbetrieb ein Lebensziel erfüllt. Dass Fleiß, Einsatzbereitschaft und Kompetenz allein nicht reichen, ein so rasant wachsendes Unternehmen zu steuern, musste er einige Jahre später erleben. „Als Meister zu arbeiten ist die eine Sache, Chef und Führungskraft sein die andere,“ resümiert er rückblickend. Viel Know-how fand der Unternehmer in Fachbüchern – bis heute hat sich eine kleine Bibliothek angesammelt –,hilfreiches Erfahrungswissen fand er beim Besuch des Seminars „Modernes Management im Handwerk. Die Akademie Zukunft Handwerk und deren Qualifizierungsangebote sind bis heute für ihn wertvolle Unterstützung in allen unternehmerischen Fragen. „In diesem ersten Seminar habe ich schnell verstanden, dass ich viel zu viel selbst gemacht habe und so die Gefahr immer größer wurde, den wirklich wichtigen Aufgaben als Unternehmer nicht mehr gerecht werden zu können,“ weiß Ralph Pusch heute. Dieses Wissen war es, was ihm und seinem Unternehmen über die 1995/1996 kommenden schwierigen Jahre hinweg half. „Das waren Jahre, in denen meine Mitarbeiter mehr verdient haben, als ich,“ gibt Ralph Pusch ehrlich zu. Das Wissen um die Kernaufgaben als Chef machte ihm dann auch schnell klar: „Weiter so“ würde nicht funktionieren. Es galt, neue Wege, neue Geschäftsfelder zu erschließen, dem Unternehmen den Weg in eine erfolgreiche Zukunft zu weisen. Und das war seine wichtigste Aufgabe.


Kursänderung in schwerem Gewässer

Als einer der ersten in der Region setzte der Unternehmer konsequent auf regenerative Energien – und musste sich dafür nicht selten belächeln lassen. War doch Holz das, was die Menschen vor einiger Zeit als Brennstoff mit Aufatmen hinter sich gelassen hatten. Nun ging es darum, Überzeugungsarbeit für den heimischen Brennstoff zu leisten, der Wirtschaftlichkeit, Unabhängigkeit, Umweltfreundlichkeit und – anders als in früheren Zeiten – Komfort in sich vereinte. Auch bei der Überzeugungsarbeit in Sachen Solarenergie, die das Unternehmen als erstes in der Region aktiv vorantrieb, galt es Pionierarbeit zu leisten. Das gelang – und es ging wieder bergauf.


Nie aufhören zu lernen

„Nie aufhören zu lernen“- diese Botschaft möchte Ralph Pusch jeder Kollegin und jedem Kollegen ans Herz legen. Sein Wissen und seine Erfahrung gibt der Unternehmer großzügig weiter: an seine Mitarbeiter und bisweilen auch in Seminaren an Kollegen. „Nie aufhören zu lernen“ – das ist auch sein Angebot an die eigenen Mitarbeiter. „Wir fördern“, was in den Menschen steckt“, fasst er zusammen und hat ein Team aufgebaut, das ihn stolz macht. „Unsere Mitarbeiter sind die Helden. Nicht der Chef, die Mitarbeiter! Jeder einzelne ist Unternehmer im Unternehmen, das Denken geprägt von Verantwortungs-bewusstsein“, sagt Ralph Pusch. Auch das ist ihm nicht in den Schoß gefallen. Ganz gezielt hat er nach Menschen gesucht, die – neben einem guten Fachwissen – gerne Verantwortung übernehmen, die das Unternehmen und seine Leistungen mit Engagement, Freude und Loyalität nach innen und außen vertreten – und dabei stets den Kunden und seinen Nutzen fest im Blick haben. So ist heute jede Position im Unternehmen, ja, auch die des Chefs, doppelt besetzt. Und zwar doppelt und gut besetzt. Aus Praktikanten wurden Lehrlinge und dann Meister. Der Meister baute seine Kompetenz weiter aus um eine zertifizierte kaufmännische Ausbildung – und stellt damit die Weichen für eine mögliche Nachfolge.

So entstand ein echtes A-Team. „Und A-Mitarbeiter ziehen A-Mitarbeiter an“, weiß Ralph Pusch. Landauf, landab klagen Kolleginnen und Kollegen aus dem Handwerk über fehlende oder unzureichende Bewerber. „Wir schätzen uns glücklich, dass immer wieder Talente den Weg zu uns finden. Aber auch wir wünschen uns noch mehr Bewerbungen, aus denen die Lust an der Mitarbeit in einem guten Team, in unserem Unternehmen spricht. Dafür tun wir viel und bieten unseren Mitarbeitern eine ganze Reihe guter Gründe, im Team Pusch mitzuarbeiten. Denn nur zufriedene Mitarbeiter schaffen begeisterte Kunden und damit eine nachhaltige Wertschöpfung“, fasst Ralph Pusch seine Philosophie zusammen.


Vielfach ausgezeichnet – und dennoch auf dem Boden geblieben

So manche Herausforderung haben Ralph und Beate Pusch gemeistert. Dazu gehören auch gewiss die 2011, 2013, 2015 und 2017 erworbenen Qualitätszertifizierungen durch den TÜV und Auszeichnungen als „Profi im Handwerk“. „Jede einzelne TÜV-Urkunde in unseren Räumen, die schon seit Jahren nicht mehr weit verteilt, sondern professionell im Zentrum von Crivitz zu finden sind, erfüllt uns mit Stolz und Freude.“ Mit besonderer Freude aber schaut Ralph Pusch auf die Auszeichnung als 1a-Arbeitgeber im Handwerk, eine Auszeichnung, die ihm, so könnte man sagen, von den eigenen Mitarbeitern verliehen wurde. Denn wie gut das Unternehmen als Ausbildungsbetrieb und Arbeitgeber ist, darüber hat er nicht selbst entschieden. Er hat sich einem kritischen und – weil anonym – ehrlichen, mehrstufigen Bewertungsverfahren durch das gesamte Team gestellt. Denn wer könnte die Attraktivität eines Unternehmens als Arbeitgeber besser beurteilen, als die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

Am Dienstag, den 23. Oktober 2018 war es so weit: Gemeinsam mit seiner Frau Beate und dem gesamten Team nahm Ralph Pusch die Auszeichnung 1a-Arbeitgeber im Handwerk entgegen. Die Auszeichnung erfolgt durch die Akademie Zukunft Handwerk, heute eine der größten und erfolgreichsten Weiterbildungsinstitute für das Handwerk in Deutschland. Überreicht wurden Zertifikat und Trophy durch Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit des Landes Mecklenburg-Vorpommern. „Als meine Frau und ich 1992 gestartet sind, haben wir nicht im Traum daran gedacht, dass wir als erstes Unternehmen in Mecklenburg die Auszeichnung 1a Arbeitgeber im Handwerk tragen dürfen.“

 

www.pusch-heizung.de

AUSGETRETENE WEGE VERLASSEN

Kai Schröder, Schröder Elektrotechnik, Rellingen (SH), über seine Gedanken und Erfahrungen mit dem Aufbau und der Entwicklung des „Rufen Sie Schröder!-JuniorTeams“. (Download.pdf)

In kaum einem anderen Berufsfeld klaffen Image und Wirklichkeit so weit auseinander. Wenn es um das Thema Ausbildung im Handwerk geht, entstehen in vielen Köpfen immer noch Bilder von schlecht bezahlten – und ebenso schlecht angezogenen – Männern mit schmutzigen Händen und ungehobelten Umgangsformen. Aufwendige Imagekampagnen der Verbände zeigen nur langsam Wirkung. Der Wandel hingegen findet „im Kleinen“ statt. Denn tatsächlich sind es die Handwerksbetriebe, die – im ganzen Land verteilt – Zeichen setzen: nicht mit Werbekampagnen, sondern indem sie Handwerk weiterdenken und modern leben. Zu diesen Unternehmen gehört die Firma Schröder Elektrotechnik aus dem schleswig-holsteinischen Rellingen. Kai Schröder, Inhaber und Geschäftsführer in zweiter Generation, erzählt von seinen Gedanken und Erfahrungen mit dem Aufbau und der Entwicklung des „Rufen Sie Schröder!-JuniorTeams“.


Weniger klagen, mehr wagen

Das Thema ist in aller Munde: Fachkräftemangel im Handwerk. Befragt man den „Besserwisser“ Google, braucht der Gigant weniger als eine halbe Sekunde, um mehr als 270.000 Presseberichte zum Thema auszuspucken. Alles scheint schon mal gesagt bzw. geschrieben worden zu sein. Dennoch: Das Thema Ausbildung im Handwerk hat überraschend viele Facetten. Es lohnt sich, genauer hinzuschauen und den zahlreichen Problembeiträgen einen Lösungsbeitrag hinzuzufügen. Fakt ist: Jammern alleine ist völlig unproduktiv und trägt nicht zur Lösung bei. Auch „kreative“ Ideen wie das Handy als Begrüßungsgeschenk für Azubis sind auf den ersten Blick nett, aber zu kurz gesprungen. Denn eine solche Maßnahme trägt vielleicht dazu bei, die Unterschrift eines Bewerbers unter den Ausbildungsvertrag zu beschleunigen. Eine Ausbildung dauert aber dreieinhalb Jahre – und nun? Nein, es geht um weit mehr. Es geht um mehr als Lockvogelgeschenke, um mehr als Azubi-Marketing und auch der Begriff der Arbeitgebermarke ist mit Vorsicht zu genießen. Es geht weniger um Fassade, sondern vor allem um Qualität und Glaubwürdigkeit. Um Missverständnisse auszuschließen: beides darf – und sollte – kommuniziert und gerne auch beworben werden. Davor jedoch steht die gelebte Wirklichkeit im Unternehmen. Und zwar täglich im Alltag und nicht nur zum Pressetermin.


Dreh- und Angelpunkt für Vieles

Die Qualität der Ausbildung ist tatsächlich – und das nicht nur im Handwerk - der Schlüssel zu Vielem: Sie entscheidet darüber, ob ein Unternehmen Nachwuchsmangel beklagen muss oder regelmäßig Bewerbungen qualifizierter und motivierter junger Menschen erhält. Sie entscheidet darüber, ob Auszubildende – und spätere Gesellen – über fundiertes Wissen verfügen. Sie entscheidet darüber, ob sich Azubis und Mitarbeiter mit dem Unternehmen und ihrer Arbeit identifizieren. Sie entscheidet darüber, ob Herausforderungen wie die Digitalisierung zum Gefährdungs- oder Erfolgsfaktor werden.


Der Blickwinkel zählt

Die Rahmenbedingungen sind für alle Unternehmen gleich, doch es lohnt sich, genauer hinzuschauen. Denn es gibt Unternehmen, die die Bedeutung des Themas bereits vor Jahren erkannt und gehandelt haben. „Wenn Sie es machen, machen Sie es richtig! Mit uns.“ So lautet der Appell der Firma Schröder Elektrotechnik – und diesem folgt das Unternehmen auch selbst, wenn es um die Ausbildung des Nachwuchses geht. Anders als in vielen konventionellen Ausbildungsbetrieben, wo Auszubildende der klassischen Ausbildungsordnung folgend Schritt für Schritt in einzelne Themen eingearbeitet werden, erhalten die Nachwuchskräfte im Hause Schröder von Beginn an Verantwortung und werden in alle ein Kundenprojekt betreffende Abläufe einbezogen. Ganzheitlichkeit und Eigenverantwortung sind die entscheidenden Stichwörter. Der Nutzen ist auf allen Seiten spürbar: Der Auszubildende, der von Beginn an umfassendes Vertrauen, hohe Transparenz, ganzheitlichen Einblick in Unternehmensabläufe – und nicht zuletzt Wertschätzung – erfährt, ist hoch motiviert und engagiert sich für „seine“ Kunden. Die Kunden erleben engagierte und motivierte junge Mitarbeiter mit Qualitätsgarantie durch den Chef. Das Unternehmen gewinnt Mitarbeiter mit einem hohen Maß an Identifikation mit „ihrem“ Unternehmen: das „Rufen Sie Schröder!-JuniorTeam“.

Die Idee ist so einfach wie überzeugend: Die Ausbildung erhält jene Eigenschaften, die sich Jugendliche wünschen. Der Frage, welche Wünsche Ausbildungsstellenbewerber an den Ausbildungsbetrieb haben, ging auch die jüngste Bewerberbefragung des Bundesinstituts für Berufsbildung und der Bundesagentur für Arbeit nach. Die Ergebnisse sind für Kai Schröder nicht überraschend. Tatsächlich sind die Wünsche der heutigen Jugendlichen insgesamt recht „konservativ“ und bodenständig. So kommt es vielen Bewerbern vor allem darauf an, dass der Betrieb auch als langfristiger Arbeitgeber infrage kommt. Rund 86 Prozent der Befragten wünschen sich gute Übernahmechancen – und sind bestens aufgehoben in einem Unternehmen wie Schröder, das jedem erfolgreichen Azubi ein attraktives Übernahmeangebot macht. Für beachtliche 93 Prozent der Befragten ist ein gutes Betriebsklima besonders wichtig, 90 Prozent legen Wert auf die Sicherheit des Arbeitsplatzes. All das sind Erwartungen und Wünsche, bei denen kleine und mittelständische Betriebe im Wettbewerb mit großen Unternehmen punkten können.

„Die Mitarbeiter sind unsere Botschafter, unser Aushängeschild. Wir wollen, dass jeder einzelne stolz auf sein Unternehmen ist. Wir wünschen uns das Vertrauen und die Identifikation der Junioren mit unserem Unternehmen. Da ist nur logisch und konsequent, dass wir ihnen ein Höchstmaß an Vertrauen und Wertschätzung entgegenbringen,“ fasst Kai Schröder die Ausbildungsphilosophie seines Unternehmens zusammen. Ob das gelingt, erfragt der Unternehmer in regelmäßigen Mitarbeiterbefragungen. Diese sind selbstverständlich anonym, um ein unverfälschtes Ergebnis sicherzustellen. So erfreulich die überdurchschnittlich positiven Ergebnisse wie beispielsweise die 83-prozentige Zufriedenheit oder 84-prozentige Wertschätzung einer offenen und ehrlichen Kommunikation im Unternehmen auch sein mögen, besonderes Augenmerk richtet Schröder auf die Werte, die Verbesserungspotenziale aufzeigen. „Die sehr guten Bewertungen meines Teams bilden die Grundlage für die Auszeichnung als 1a-Arbeitgeber durch die Akademie Zukunft Handwerk. Auf diese Auszeichnung dürfen wir – alle gemeinsam – stolz sein. Wichtiger als die dekorative Trophäe ist mir jedoch die nachhaltige Zufriedenheit meiner Mitarbeiter. Natürlich wäre es leichter, „mein eigenes Ding“ als Chef zu machen. Die Ausrichtung an den Wünschen und Erwartungen der Mitarbeiter ist nicht der leichteste Weg. Aber es ist der einzige Weg, unseren Dreisatz zu leben: Ein guter Arbeitgeber hat motivierte Mitarbeiter, die für Zufriedenheit bei den Kunden sorgen“, ist Schröder überzeugt.


Entwicklungspartner bei bundesweitem Forschungsprojekt

Mit dieser – gelebten – Überzeugung engagiert sich das Unternehmen als einer von bundesweit 14 Partnern in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Forschungsprojekt „LIKA 4.0 – digital gestütztes, kooperatives Lernen im Kundenauftrag“. Das auf vier Jahre angelegte und mit einem Fördervolumen von 1,8 Mio. ausgestattete Forschungsvorhaben denkt das Thema neu. Ziel ist nicht weniger als eine nachhaltige Professionalisierung und Zukunftsbefähigung von Handwerksunternehmen in Deutschland. Die Verbindung fachspezifischer Theorie mit praktischer Arbeitserfahrung – und zwar der vollständigen Prozesse von der Auftragsannahme über die Auftragsplanung und Auftragsdurchführung bis zum Auftragsabschluss – wird durch moderne digitale Funktionen und Angebote unterstützt und verstärkt. Das Ergebnis ist eine optimale Verknüpfung aus Fachkompetenz, Sozialkompetenz und Methodenkompetenz bei Ausbildern und Auszubildenden.

„Der Gedanke mag auf den ersten Blick fremd erscheinen. Doch führen wir uns vor Augen: Auszubildende sind die Kundendiensttechniker, die Projektleiter, ja manchmal sogar die Chefs von morgen. Grund genug, ihnen die beste Ausbildung in einem guten Lern- und Arbeitsumfeld zu bieten“, fasst Kai Schröder zusammen.

 

RufenSieSchroeder.de

JuniorTeam

ENDLICH GEMEINSAM AN EINEM ENDE DES SEILS

Vor 18 Jahren begann Martin Kaffl, Elektro- und Gebäudetechnik Martin Kaffl, Bad Feilnbach (BY), das Familienunternehmen neu aufzubauen. Lesen Sie, welche Faktoren für das Unternehmen den Erfolg gebracht haben. (Download pdf)

18 Jahre ist es nun her, dass Martin Kaffl begann, das Familienunternehmen neu aufzubauen. Ein Familienunternehmen, das zu diesem Zeitpunkt in keinem guten Zustand war. „Seitdem ist viel passiert“, erinnert sich der Elektroinstallateurmeister, dessen Unternehmen und Leistungen bis heute bereits 5-mal durch den TÜV ausgezeichnet wurden.


Klar geregelt

Jeder einzelne Arbeitsschritt im Hause Kaffl folgt heute klar definierten Abläufen und Qualitätsstandards. Alles hat System. Nichts bleibt dem Zufall überlassen. Dafür sorgt nicht nur der Chef selbst, sondern jeder Einzelne seines 10-köpfigen Teams. „Das war nicht immer so“, erinnert sich Martin Kaffl. „Ob beraten, planen, installieren, warten oder reparieren – wir gehen nicht nur mit Sachverstand ans Werk, sondern auch mit viel Leidenschaft für moderne Elektrotechnik.“ Weit weniger begeistert waren Chef und auch Mitarbeiter früher über den „Papierkram“, der natürlich notwendig ist, wenn eine Vielzahl kleiner und großer Aufträge reibungslos und pünktlich über die Bühne gehen soll. „Ich bin schließlich Handwerker geworden – und kein Büromensch, “spricht Martin Kaffl aus der Erinnerung – und ganz sicher auch vielen Kollegen aus dem Herzen. Doch bei aller Abneigung gegen die lästigen Verwaltungsarbeiten war ihm klar: es geht nicht ohne. „Die Wahrheit war mir schon bekannt“, gibt Martin Kaffl zu, „aber wie so oft brauchte es einen Anstoß.“


Anstoß in die richtige Richtung

Diesen Anstoß gab die UPTODATE-Offensive© – und sie gab nicht nur den Anstoß, sondern begleitete die Akteure auch gleich bei der Umsetzung. Die Qualifizierungsinitiative für Handwerksunternehmen zeichnet sich durch Ganzheitlichkeit aus: ganzheitlich, was die eingebundenen Personen angeht und ganzheitlich, was das Themenspektrum angeht. „Der Optimierungsprozess meines Unternehmens wäre so nicht möglich gewesen, hätte mich UPTODATE nicht Schritt für Schritt durch alle Themen geführt – und dabei alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sogar meine Familie mitgenommen,“ beschreibt Martin Kaffl seine Erfahrung.


Lückenlose Dokumentation

Den größten Nutzen sieht der Handwerksunternehmer in der Organisation der Abläufe. „Um eine erbrachte Leistung korrekt abrechnen zu können – und zwar vollständig – braucht es halt eine lückenlos dokumentierte Zeiterfassung, alle Lieferscheine usw. Hier haben wir früher viel Geld verloren und schmerzhafte Erfahrungen gemacht“, erzählt Martin Kaffl. „Heute kommen die notwendigen Papiere von den Mitarbeitern: pünktlich und vollständig – also sagen wir ehrlicherweise: fast immer.“ Für diesen positiven Wandel gibt es zwei Gründe: Alle Abläufe sind logisch, nachvollziehbar und eindeutig definiert – und das macht es den Teammitgliedern leichter und unterstützt ihren Wunsch nach Selbstständigkeit und Verantwortung in ihrem Arbeitsbereich. Der zweite Grund ist die Transparenz. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen die wichtigsten Zahlen, Daten und Fakten „ihres“ Unternehmens. So hat sich ein Kostenbewusstsein gebildet, das heute ganz selbstverständlich gelebt wird.


Mitarbeiter ans Unternehmen binden

„Ich bin davon überzeugt“, fasst Martin Kaffl zusammen, „dass mittelfristig kein Handwerksbetrieb ohne eine effiziente Organisation, Transparenz und die konsequente Einbindung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in die Ziele und Ergebnisse des Unternehmens überleben kann. Der Markt duldet keine Fehler mehr. Auch der Arbeitsmarkt folgt heute ganz anderen Anforderungen. Der Fachkräftemangel ist in aller Munde, aber es gibt sie, die Fachkräfte. Um sie für das eigene Unternehmen zu gewinnen, sind – auch an dieser Stelle – Organisation und Transparenz wichtige Pluspunkte.“

 

www.elektro-kaffl.de

DREI GENERATIONEN, EINE VISION

Torben Matthies, Team Matthies GmbH, Tostedt (NI) über die Entwicklung des Familienunternehmens vom Motorenwickler zum Team für Haustechnik mit Qualität. (Download.pdf)

Nach Angaben des ZDH (Zentralverband des deutschen Handwerks) suchen über 180.000 Handwerksbetriebe bis zum Jahr 2020 einen Nachfolger. Knapp 20 Prozent aller Inhaber von zumeist größeren Betrieben mit mehr als fünf Angestellten wollen diesen Betrieb in den kommenden fünf Jahren übergeben. Nicht selten führt dies Betriebe in eine existenzbedrohende Situation, denn ohne geeigneten Nachfolger droht der Verlust von Know-how, Wertschöpfung und nicht zuletzt von Ausbildungs- und Arbeitskräften.

Im Hause Matthies, Experten für Energie- und Sanitärtechnik im niedersächsischen Tostedt, ist man hiervon weit entfernt: Der Großvater hat den Betrieb gegründet, der Sohn übernommen und weiterentwickelt, der Enkel schlägt den gleichen Weg ein und leitet die Geschicke des Unternehmens mit dem Vater gemeinsam – bis dieser sich zurückziehen möchte: Eine so lücken- und reibungslose Geschichte des Familienunternehmens können nur wenige Handwerksbetriebe schreiben.

Es ist ein offenes Geheimnis: Nicht selten stellt die Frage der Nachfolge Betriebe, aber auch Familien vor echte Zerreißproben. Nicht so im Hause Matthies. „Ich kann mich nicht erinnern, dass mich meine Großeltern oder meine Eltern jemals gedrängt hätten, die Nachfolge anzutreten“, schaut Torben Matthies, Juniorchef im Unternehmen, zurück. „Für mich war der Betrieb so lange ich denken kann immer ein wichtiger Teil unseres Familienlebens. In unmittelbarer Nachbarschaft wohnten die Großeltern. Und wenn ich bei Oma zu Besuch war, dann schaute ich natürlich auch bei Opa im Büro vorbei, das damals noch im Wohnhaus untergebracht war. Mein Weg zu Oma und Opa führte mich über den Hof, wo die Autos mit Opas Namen standen. Die Mitarbeiter gehörten praktisch mit zur Familie. Und wenn einmal besonders viel zu tun war und niemand Zeit hatte, den Steppke zu beaufsichtigen, dann war ich halt mit von der Partie, wenn Opa „Störungen fahren“ ging. Das war sehr beliebt, denn die Kunden belohnten meinen „Einsatz“ oft mit einer Tafel Schokoladen oder anderen Naschereien. Mit 13 besserte ich in den Ferien mein Taschengeld mit verschiedenen Hilfsarbeiten im Betrieb auf. Als das erste Schulpraktikum anstand, entschied ich mich jedoch für eine ganz andere Branche. Ob meine Großeltern und Eltern besorgt waren? Ich weißt es nicht,“ sagt Torben Matthies. Das zweite Praktikum absolvierte er dann in einem großen Kollegenbetrieb, in dem der auch seine Lehre machte. Der erfolgreiche Abschluss führte ihn dann zurück ins Familienunternehmen, wo er in den kommenden fünf Jahren als „Monteurkollege“ alle anfallenden Arbeiten übernahm. „Das war gut so, denn ich musste draußen echt noch was lernen,“ berichtet Torben Matthies rückblickend. „Außerdem: Diese Zeit, in der ich mich eingereiht habe in den Kreis der Kollegen, in der ich mit auf Baustellen gefahren bin, ist aus meiner heutigen Sicht der Grund, warum es keine Akzeptanzprobleme gab, als ich schließlich 2006 nach erfolgreicher Meisterprüfung in die Geschäftsleitung und damit „ins Büro wechselte.“

Vieles hat sich einfach glücklich gefügt im Familienunternehmen, das heute – aus gutem Grund - den Namen Team Matthies trägt und als GmbH firmiert. Die glücklichen Fügungen sind jedoch nur ein Teil der Wahrheit, ist Torben Matthies durchaus bewusst.
Schon früh hat sich der heutige Seniorchef Rolf Matthies - den man angesichts seines Alters von 65 Jahren und seiner ungebrochen großen Energie so gar nicht nennen mag – Gedanken über die Weitergabe seines Unternehmens gemacht. Sein erklärtes Ziel war es, wenn es so weit wäre ein stabiles und gut aufgestelltes Unternehmen übergeben zu können. Bei seiner Recherche vieler interessanter Informations- und Beratungsangebote erinnerte er sich dennoch immer wieder an ein Seminar, das er 1998 im Hause Steffen besucht hatte. Damals waren es noch die Handwerksunternehmer Gebrüder Steffen aus dem nordrheinwestfälischen Alsdorf, die ihr Wissen, ihre Erfahrung und ihre Vision professionell organisierter und kundendienststarker Handwerksbetriebe an Kollegen weitergaben. Der ganzheitliche Ansatz, die Einbeziehung des Chefs als Mensch, seiner Familie und aller Mitarbeiter – das hat Rolf Matthies nicht mehr losgelassen und so entschied er sich 2011, in der heutigen Akademie Zukunft Handwerk, gegründet von Rolf Steffen, den Weg der ganzheitlichen Qualifizierung vermittelt in der UPTODATE-Offensive© zu gehen. Die konsequente Optimierung aller Unternehmensbereiche wurde 2014 und 2016 anerkannt und belohnt durch eine Qualitätszertifizierung des TÜVs und die Auszeichnung „Profi im Handwerk“. Anfang 2018 steht die nächste Auszeichnung ins Haus.

Die Reihe der gerahmten Zertifikate, jedes einzelne mit großem Einsatz erarbeitet durch das ganze Team Matthies, hängen heute in dem 2016 bezogenen repräsentativen Firmengebäude. Juniorchef Torben Matthies war hierfür die treibende Kraft. „Eines Tages“, erinnert er sich, „als ich mit meinem Vater an der Baustelle unseres neuen Firmengebäudes stand, erzählte er, der die längste Zeit seines Berufslebens den Betrieb von einem Büro im Privataus aus gesteuert hat, dass dies, ein Firmengebäude in einem Gewerbegebiet an der Hauptstraße schon vor vielen Jahren seine Vision war. Damals ließ sie sich (noch) nicht verwirklichen – und es war auch kein Gesprächsthema mehr. Ein Gänsehautmoment.“ Heute führen zwei Generationen ein Unternehmen in die Zukunft. Und die sieht gut aus.

 

www.team-matthies.de

FÜR- UND MITEINANDER

Sonja Feucht, Bruder + Feucht GmbH, Frankfurt a.M. (HE) über Tradition und Innovation im Wandel der Zeit. (Download.pdf)

„Im Mittelpunkt unseres Handelns als Familienunternehmen steht immer der Mensch.“ Der Leser dieses ersten Satzes der Unternehmensphilosophie des Frankfurter SHK-Unternehmens Bruder+Feucht wird vielleicht den Eindruck haben, diese Formulierung schon häufiger gelesen oder gehört zu haben. Das mag durchaus sein, denn der Anspruch ist aller Ehren wert und wird gerne so oder so ähnlich formuliert. Nur selten jedoch stellt man bereits nach einem kurzen Gespräch fest, dass es hier nicht um eine Absichtserklärung geht. Nein, hier wurde formuliert, was tagtäglich gelebt wird.

Schaut man zurück in der Geschichte des Unternehmens, dann zeigt sich die spannende Entwicklung von einem Ein-Personen-Nebengewerbe der Eltern in den 80er Jahren bis heute hin zu einem der führenden Anbieter der Branche im Rhein-Main-Gebiet. Ein weiter Weg, auf dem immer wieder neue Weichen gestellt werden mussten. „Es gab Phasen“, erzählt Sonja Feucht, gemeinsam mit Ihrem Mann Andreas geschäftsführende Gesellschafterin der Bruder+Feucht GmbH, in denen das Auftragsvolumen kaum zu bewältigen war.“ Das mag erst mal nach „komfortablen Sorgen“ klingen, ist aber alles anderer als das, wie viele Unternehmerkollegen bestätigen können. Die Unternehmensorganisation konnte nicht mehr mithalten. Nicht wenige Unternehmen geraten so mit vollen Auftragsbüchern in Schieflage. Im Hause Bruder+Feucht wurden die Risiken jedoch rechtzeitig erkannt, die Weichen rechtzeitig neu gestellt. Als das Unternehmer-Ehepaar 2011 zusammen mit zwei Mitarbeitern eine Kick-off-Veranstaltung besuchte, bei der Rolf Steffen das Qualifizierungsprogramm der UPTODATE-Offensive© vorstellte, waren die Herren sofort Feuer und Flamme. „Ich selbst“, gibt Sonja Feucht heute lachend zu, „war anfangs nicht so überzeugt. Und dabei sind es doch meist die Frauen, die bereit sind, neue Wege zu gehen“, ergänzt sie mit einem Augenzwinkern. Doch der Funke der Begeisterung, der Wunsch nach einer reibungslosen Ablauforganisation, an der jeder im Team mitarbeitet, war gesät. Schnell merkte jeder Einzelne: es wird vieles anders. Vor allem das „viele Schreiben“ hat nicht alle begeistert. Gemerkt haben jedoch alle: es wird vieles leichter. Auf der Grundlage dieser Erkenntnis brauchte es nur wenig Überzeugungsarbeit. Das Team hatte verstanden, das Team war dabei.

Und so begann ein neuer Abschnitt in der Unternehmensgeschichte. Höhepunkte waren zweifelsohne die Qualitäts-Zertifizierungen durch den TÜV verbunden mit der Auszeichnung als „Profis-im-Handwerk“in den Jahren 2014 und 2016. Ende Februar steht die nächste Auszeichnung ins Haus.

Wer den Entwicklungsprozess eines Unternehmens betrachtet, schaut meist auf Veränderungen, auf innovative Prozesse, auf den positiven Wandel im Laufe der Jahre. Einen Veränderungsprozess haben wir – in aller Kürze – kennengelernt und es gab eine Menge davon in der mehr als 30jährigen Geschichte der Firma Bruder+Feucht. Hört man den Erzählungen des Unternehmerehepaares zu, wird jedoch schnell klar: Hier war es nicht in erster Linie die Innovationsbereitschaft, die zur beeindruckenden Entwicklung des Unternehmens geführt hat. Hier war es nicht das, was sich verändert hat, sondern das, was im Kern gleichgeblieben ist: „Wir sind weit mehr als ein Unternehmen, in dem gewirtschaftet wird. Wir sind eine soziale Einheit, man könnte sagen – und das ist keineswegs pathetisch gemeint - eine Familie, in der jeder im Team seinen Platz finden, sich entwickeln und wachsen kann“, beschreibt Sonja Feucht. Und auch das mag für manchen Leser wieder nach einer gerne gewählten Formulierung eines Unternehmers klingen, der ein bestimmtes Image pflegen möchte. Wäre da nicht die gelebte Wirklichkeit im Hause Bruder+Feucht: regelmäßig finden Unternehmungen statt, an denen ganz selbstverständlich die Mitarbeiter und deren Familien teilnehmen. Wo sich Freundschaften finden, wo sich Mitarbeiter vom Praktikanten über den Azubi bis zum erfolgreichen Absolventen der Meisterschule entwickeln, wo das Wort „Fluktuation“ kaum Bedeutung hat. „Wir haben unsere Professionalität weiterentwickelt. Das menschliche Gesicht, die Werte eines guten Miteinanders haben wir nie verändert. Genau das macht es aus,“ fasst Sonja Feucht zusammen. Fragt man sie danach, was ihr an ihrem Job besonders wertvoll ist, dann überrascht die Antwort nicht: „Es erfüllt mich mit Freude, die Entwicklungen der Menschen, die für und mit uns arbeiten, begleiten zu dürfen. Und wir sind dankbar für die langjährige Treue und das Vertrauen, welches unsere Kunden uns schenken.“ Und damit schließt sich der Kreis eines erfolgreichen Unternehmens, in dem Menschen mit- und füreinander arbeiten.

 

www.bruder-feucht.de

ALLES AUSSER HOCHDEUTSCH

Lukas Weber, Elektro Dessecker GmbH & Co. KG, Ammerbuch (BW) über den Generationswechsel im Unternehmen. (Download.pdf)

„Wir können alles. Außer Hochdeutsch.“ Das ist der Slogan des Landes Baden-Württemberg, der Heimat des Elektrounternehmens Dessecker. Und wäre das Dessecker-Team nicht so bodenständig und bescheiden, könnten sie den Slogan ihres Bundeslandes auch zu ihrem eigenen machen. Eines der vielen Dinge, die das Unternehmen seit der Gründung 1961 erfolgreich schultert, ist der Generationswechsel. Der erfolgte erstmalig 1987. Damals übernahm Matthias Dessecker das Einzelunternehmen von seinen Eltern, der Gründergeneration. Er übernahm einen Betrieb mit den damals (und vielerorts auch heute noch) klassischen Handwerksstrukturen und ein im Vergleich zur heutigen Unternehmensgröße kleines Team von drei (1987) Mitarbeitern. Bereits sehr früh erkannte Matthias Dessecker, dass seine Vorstellungen von Professionalität, Wachstum und auch der nächste Generationswechsel weit höhere Anforderungen an ihn stellen würde.

Die Grundlagen für den beispielhaften Prozess des Generationsübergangs legte Matthias Dessecker nach eigenen Aussagen bereits 2008. „Eigentlich sind die Impulse der UPTODATE-Offensive© „Schuld“ daran, wie das gelaufen ist“ berichtet Lukas Weber, gleichberechtigter Mit-Geschäftsführer der nächsten Generation lachend. Er entschied sich 2003 für eine Ausbildung im Hause Dessecker. Nach deren erfolgreichem Abschluss verstärkte er das Team als Kundendienstmonteur, wie das damals noch hieß. Dass seine Ziele weit ehrgeiziger sind, das wusste Lukas Weber bereits damals. Mit großem Interesse beobachtete und begleitete er aktiv die Veränderungen im Unternehmen. Ob Präsenzseminare der AKADEMIE ZUKUNFT HANDWERK in Alsdorf, Onlineschulungen, Audits – die schrittweise Entwicklung vom klassischen Handwerksbetrieb zum an hohen Qualitätsstandards ausgerichteten Unternehmen – „es war faszinierend zu sehen, welche Dynamik sich entwickelte, wie aus Veränderungen messbare Erfolge wurden und vor allem, wie sich unser Team wandelte. Stand früher der Chef am Morgen vor seiner Mannschaft mit einer Handvoll Zetteln und verteilte die am Tag zu erledigenden Aufgaben, entstand nach und nach eine Teamdynamik geprägt von Eigenverantwortung. Das hat nicht nur dem Unternehmen sehr gutgetan, sondern auch der persönlichen Entwicklung jedes Einzelnen.“ Die persönliche Entwicklung des heute jungen Geschäftsführers nahm Formen an durch den Besuch der Meisterschule, die er 2012 mit Erfolg abschloss. 

Spätestens mit diesem Meilenstein wurden die Überlegungen von Lukas Weber konkreter: Wie soll die berufliche Zukunft aussehen? Liegt sie in der Selbstständigkeit? Oder wäre der Wechsel in ein größeres Unternehmen die richtige Weichenstellung?  Der naheliegende Schritt war 2012 das offene Gespräch mit Matthias Dessecker. Der konnte sich sofort in die Gedanken seines jungen Mitarbeiters hineinfühlen – und hatte den Jung-Meister mit seiner fachlichen und menschlichen Kompetenz auch bereits „auf dem Schirm“. Das erste, nach Aussage beider ausgesprochen offene und vertrauensvolle Gespräch war der Anfang für viele weitere und schon sehr früh festigte sich der Gedanke einer gemeinsamen Geschäftsführertätigkeit sowie eines fließenden Übergangs, in dem Bewusstsein, das Unternehmen der Familie in bestmöglichem Zustand in beste Hände gegeben zu haben. 

„Anfangs musste jedoch erst ein Plan erstellt werden“, schaut Lukas Weber heute zurück. „Grundlage war ein fester Wille und gegenseitiges Vertrauen.“ Bei der darauffolgenden intensiven Beschäftigung mit dem Thema nahm dieses immer weiterreichende Formen an. Themen wie die Festlegung des Unternehmenswerts, aber auch ganz persönliche Erbschaftsfragen, weitere gesetzliche und steuerrechtliche Aspekte mussten bedacht werden. Ein Riesenberg, bei dessen Bewältigung sich die Wahl eines Prozess-begleitenden Coaches und Beraters als schwierig aber am Ende ausgesprochen glücklich erwies.

Eine entscheidende Weichenstellung war die Umfirmierung von einem Einzelunternehmen zu einer GmbH & Co. KG, die Matthias Dessecker und Lukas Weber zu gleichberechtigten Inhabern und Geschäftsführen machte. „Was die Übernahme der klassischen Geschäftsführungsaufgaben angeht“, resümiert Lukas Weber, „hat Matthias Dessecker mich anfangs getragen. Nach und nach hat er mich immer mehr eingebunden, ich konnte mit den Aufgaben wachsen. Diese Zeit, die Zeit der Gespräche, des gemeinsamen Findungsprozesses und das Heranführen an meine Aufgaben als Geschäftsführer waren gut und wichtig. Als einer der Meilensteine erinnere ich mich an das Teamgespräch, in dem wir den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern die Weichenstellungen für die Zukunft vorgestellt haben. Interesse habe ich erwartet. Erlebt habe ich große Erleichterung und die Erkenntnis, dass sich die Teammitglieder bereits eigene Gedanken – und der eine oder andere auch Sorgen - gemacht hatten. Die frühzeitige klare Perspektive war für uns alle ein Segen.

Rückblickend waren es fünf entscheidende Faktoren, die den Prozess des Übergangs erfolgreich gemacht haben:

  1. Der frühzeitige Beginn.
  2. Die guten Rahmenbedingungen in Form einer entscheidend durch UPTODATE geprägten professionellen Unternehmensstruktur.
  3. Die konsequente Umsetzung sowie eine 50/50 Aufteilung 
  4. Die fachlich und menschlich kompetente Begleitung.
  5. Das gemeinsame Wertefundament oder man kann auch sagen „es passt menschlich“.

 

www.elektro-dessecker.de

LEIDENSCHAFT UND KONSEQUENZ

Ralf Schawag, Schawag GmbH, Plettenberg (NRW) über das Großprojekt Digitalisierung und die Umsetzung in seinem SHK- und Elektro-Unternehmen. (Download.pdf)

Die Zukunft hatte Diplom-Ingenieur Ralf Schawag schon immer fest im Blick. Und so richtete er diesen Blick bei der Übernahme des elterlichen Unternehmens im Jahr 2000 nach vorne mit dem Bewusstsein: Ein gut etabliertes Unternehmen ist ein wertvolles Startkapital, jedoch keine Erfolgsgarantie.

Lernt man Ralf Schawag persönlich kennen, bleibt offen, was er mehr ist: Vollblut-Handwerker oder Vollblut-Techniker. Wahrscheinlich ist es die Kombination aus beidem, die seine Unternehmensführung und -entwicklung prägen. Eins ist klar: Er überlässt nichts – oder sagen wir kaum etwas – dem Zufall. Wer die Zukunft erfolgreich gestalten will, muss beobachten, analysieren und konsequent handeln - und dabei möglichst immer eine Nasenlänge Vorsprung haben. Das tut Ralf Schawag und hat dabei in der Akademie Zukunft Handwerk und dem Netzwerk gleichgesinnter Unternehmerinnen und Unternehmer wertvolle Impulse bekommen. „UPTODATE ist das Beste, was mir in meiner Firma „passieren“ konnte,“ ist dann auch seine Zusammenfassung.

Eines der wichtigsten Punkte auf der Agenda der strategischen Unternehmensentwicklung ist die Digitalisierung, ein Thema, das Ralf Schawag besonders gepackt hat. „Die Digitalisierung ist nach meiner festen Überzeugung der Schlüssel zu einer ganzen Vielzahl von Erfolgsfaktoren,“ sagt er und setzte bereits konsequent auf den digitalen Wandel in seiner Firma, als die meisten Kollegen noch dachten, das Thema wäre vor allem etwas für die Industrie, aber nicht fürs Handwerk. 

Die Umsetzung seiner „Digitalen Agenda 2023“, davon ist Ralf Schawag überzeugt, „ist der Schlüssel zu den Anforderungen des Marktes an das Unternehmen hinsichtlich Schnelligkeit, Produktivität und Qualität.

 „Meine Begeisterung für und Überzeugung von der Bedeutung des Themas alleine hätte schlussendlich wohl nicht gereicht“, ist Ralf Schawag überzeugt. „Die UPTODATE-Offensive© hat von Beginn an im Jahr 2008 mein Bewusstsein geschärft für die klare Strukturierung von Prozessen, für die unausweichliche Notwendigkeit langfristiger Ziele und Planung sowie für den Wert der Schriftlichkeit.“

Mit der konsequenten Entwicklung und Umsetzung seiner „Digitalen Agenda 2023“ ist Ralf Schawag einer der Vorreiter im Handwerk. Wie die aktuelle KfW-Research-Studie* belegt, befindet sich etwa ein Drittel - besonders häufig die kleineren Mittelständler mit weniger als 50 Mitarbeitern - aktuell noch in einem sehr frühen Anfangsstadium.

www.schawag.de 

kfw Unternehmensbefragung-2017-Digitalisierung.pdf


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